Nebenjobs

Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die menschliche Natur.

– John Locke

Heute mal zu einem Thema, welches – denke ich – bei fast jedem an einem Punkt im Leben Bauchschmerzen bereiten kann.
Nebenjobs
.
Brauche ich einen? Was für einen sollte ich annehmen? Wie oft kann ich arbeiten?

All diese Fragen werden leider von keinem Professor beantwortet.
Um ehrlich zu sein, von mir auch nicht.
Es ist und bleibt Geschmacksache.
Aber ich will und werde mit dir im Folgenden einmal meine Erfahrungen teilen.

Dazu erstmal eins: Meine Erfahrungen beziehen sich natürlich auf das Jura Studium und auf mein eigenes Empfinden. Ich habe auch schon andere Studenten kennengelernt (ja ich weiß, dass man eigentlich Studierende sagen soll, aber das ist mir herzlich egal), die meinten, dass sie andere Erfahrungen gemacht haben.
Also ist das hier – wie immer eigentlich – eher ein „Bericht aus meinem Leben“.
Zuerst die Frage, die Dich bestimmt brennend interessiert.

Was halte ich von Nebenjobs?
Um es kurz zu beantworten: Es kommt drauf an.

Meine Erfahrungen habe ich vor allem in den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie gemacht. Wobei ich sagen muss, dass vor allem Einzelhandel während meiner ersten Semester im Vordergrund stand.

Auf Anfang.

Ich habe schon früh mit Nebenjobs angefangen… neben der Schule in einer Eisdiele, während des Abis in unserem damals existenten Familienhotel und schließlich in einem Mode- und kürzlich einem Dekorationsladen.

Hotel
Am besten fand ich tatsächlich die Arbeit im Hotel. Das lag zwar auch zum Großteil daran, dass es ein Familienbetrieb war, aber zum anderen auch an er Arbeit an sich. Dabei muss aber gesagt sein: Hotel heißt arbeiten, wenn andere frei haben.
Und bei uns war das nicht nur an den Wochenenden, sondern vor allem zu Weihnachten, am Nachmittag und eigentlich generell rund um die Uhr.
Man ist halt selbst und ständig, wenn man selbstständig ist.
Wie es in einer Hotelkette ist oder als Aushilfe in einem großen Hotel, weiß ich nicht. Aber ich denke, dass es dort genau so wahrscheinlich ist, auch zu Unzeiten ein nettes Gesicht machen zu müssen.
Ich habe es zwar geliebt, allerdings geht der 24/7 Alltag mit Jonglieren zwischen Vollzeit Hotel und Vollzeit Jura doch irgendwann ziemlich auf die Knochen.

Einzelhandel
Als ich nach Hannover gezogen bin, konnte ich natürlich nicht mehr so sehr oft im Hotel arbeiten, weshalb ein anderer Job hermusste.
Also versuchte ich es im Einzelhandel.

Ein Jahr lang habe ich in einem Modegeschäft gearbeitet und naja…
Klar gibt es viele, die super Erfahrungen machen, dort Freunde finden und glücklich sind. Das war jedoch bei mir leider nicht der Fall.

Vor jedem Arbeiten wurde ich so nervös, dass ich nicht lernen konnte.
Das tat nicht nur meinem Kopf nicht gut. Es hat sich natürlich auch auf mein Studium ausgewirkt. Und das in der heißen Phase der Zwischenprüfung.
Aber auch der Dekorationseinzelhandel danach war in dieser Hinsicht nicht besser.
Das lag vor allem daran, dass die meisten Schichten zu einer Zeit angefangen haben (15/16 Uhr), die so in der Mitte des Tages lagen, dass – jedenfalls ist das bei mir so – mein Kopf sich gesagt hat, dass ich nicht alles schaffen werde, was ich mir vorgenommen hab.
Dadurch war meine Motivation direkt im Keller und der Tag unproduktiv.

Eigentlich bin ich ein Mensch, der gerne arbeitet und auch gerne viel erledigt, sich vornimmt und vor allem auch kein Problem mit vollgepackten To-Do-Listen hat.

Aber irgendwas hatten diese Nebenjobs an sich, was mich nervös machte und so dermaßen einschüchterte, dass ich mich auf den Grund, weshalb ich diese Jobs hatte – nämlich um ein effektives Studium in einer Wohnung direkt an der Uni zu ermöglich – gar nicht mehr fokussieren konnte.
Und das ist der Punkt – jedenfalls bei mir.

Ich habe durch die Nebenjobs den Fokus auf das Wesentliche verloren und mich eher damit beschäftigt, wie ich in dem Laden auftrete, dass ich alles perfekt mache und so weiter.
Ich schiebe es auf meinen Perfektionismus.

Um es klar zu machen, es lag dabei nicht an den Aufgaben an sich, sondern eher an der Tatsache, zu wissen, dass man noch einmal losmuss um zu arbeiten, was man mit dem Lernen ja eigentlich schon erledigt haben sollte.
Wie jeder Professor sagt: Jura bzw. ein Studium ist ein Vollzeitjob.

Unterm Strich kann ich sagen, dass Nebenjobs Glücksache sind und viel davon abhängt, wie gut man sich trotz einer Ablenkung dieser Art fokussieren kann.
Wie erwähnt… ich kann hier nur von meinen Erfahrungen sprechen.

Ich hätte gerne mal gewusst, wie es in einem anderen Nebenjob oder bei anderen Studiengängen ist. (Vor allem in Studiumsbezogenen!)
Hast Du vielleicht gute oder schlechte Erfahrungen gesammelt?
Lass es mich doch einmal in den Kommentaren wissen.
Und Danke, falls Du bei meiner Umfrage auf Instagram mitgemacht hast!
Es war interessant, die Ergebnisse zu sehen!

Was das nun für mich zu bedeuten hat, wird bald in einem neuen Beitrag kommen. Es wird sich nämlich ein wenig was ändern…

Bis dahin.
Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend/Tag/Morgen!




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