Studieren ohne Druck

Druck erzeugt Gegendruck, der zu Überdruck führt. Druck ist die erste Strophe der Katastrophe.

– Waltraud Puzicha (1925 – 2013, deutsche Aphoristikerin)

  
Hallo Du da vor dem elektronischen Gerät und
Herzlich Willkommen zu unserem heutigen Tea Talk.

Das Thema:
Warum Dich weniger Druck im Studium meist viel weiter bringt &
wie Du es schaffst, mit Druck umzugehen.

Natürlich muss ich auch hierbei darauf hinweisen,
dass alles folgende nur eine Ansammlung meiner Erfahrungen und Eindrücke ist.
Auch habe ich zu diesem Beitrag keine wissenschaftliche Studie durchgeführt.
Dies ist nur die Meinung einer Anfang-Zwanzig-Jährigen.
☺️

Fangen wir also an:

Wie Du vielleicht weißt, studiere ich Jura… also eines der mit Druck behaftetsten Studiengänge.
Also naja… zumindest hört man davon, dass es von davon,
sei es Leistungs-, Konkurrenz- oder Selbstdruck,
dauerhaft begleitet wird.

Das schreckt nicht nur ab, sondern lässt einen schnell zweifeln,
wenn es während des Studium nicht so ist. 
Man überlegt, ob man es nicht genug möchte,
sich nicht genug anstrengt und und und.

Also lässt sich zusammenfassend sagen:
Hat man keinen Druck, so hat man Selbstzweifel.

Hört sich ziemlich gut an.

Nee aber jetzt mal Tacheles.

Wieso wird studieren eigentlich so oft mit Druck in Verbindung gebracht?

Sagen wir es mal so: Studieren ist schon nicht so einfach…
Man muss sich selbst um seine Bücher, Kurse, Klausuren, Rückmeldungen kümmern
sowie außerhalb des Studiums um den Haushalt, Geld, Essen, Freunde, Beziehungen
und im Idealfall noch Fitness und gesunde Ernährung.

Well.

Dass man da leicht unter Druck steht, kann man schon irgendwo nachvollziehen.
Zumal meist auch noch Kommilitonen dazu kommen,
die meinen, alles besser machen zu MÜSSEN und jeden anderen ausstechen wollen….
weil das Job Angebot – zumindest in meinem Fall – für Juristen ja soooooooooooo gering ist.
(Achtung: Sarkasmus)

Nunja.
Ich kann und werde Druck im Studium nicht verneinen.
Bzw. sind zumindest die Schnittstellen für Druck und Selbstzweifel definitiv vorhanden.

Die Kunst liegt schließlich auch nicht darin, sich keinem Druck auszusetzen…

Es geht darum, wie man mit Druck umgeht und seine Wahrnehmung ändert.
Und dafür bist Du ja auch heute hier!
Oder liest zumindest aus diesem Grund noch weiter…

Also:

Warum Du ohne Druck studieren solltest und wie Du es schaffst

Zeitdruck

Jeder kennt die Situation:
Man hat einen festen Abgabetermin in 1 Woche und kriegt irgendwie die letzten Sätze nicht auf die Reihe.
Und BÄM. Schon ist er da – der Zeitdruck.
Berechtigt, schließlich hat man nur noch eine Woche, also sieben Tage
und das ist viel zu wenig!
Aber Moment mal… 7 Tage = 168 Stunden,
wenn man mal die 8 Stunden Schlaf,
4 Stunden extra Sachen – sowas wie Sport, Essen, etc. abzieht
und sich noch 2 Stunden Freizeit gönnt,
sind es immerhin noch 70 Stunden.
Und in 70 Stunden kann man eine Menge schaffen!
Druck ist nur ein Konstrukt in unserem Kopf.
Weil genügend Zeit haben wir – und alle übrigens gleich viel!
Jedoch klauen wir uns selbst wertvolle Minuten,
weil wir uns über die verbleibende Zeit zu viele Sorgen machen,
anstatt uns Formulierungen für die letzten Sätze zu überlegen.
Außerdem: Zeitdruck ⇢ Hektik ⇢ Flüchtigkeitsfehler.

Mein Tipp:

Rechne Dir aus, wie viel Zeit Du genau hast und MACHE DIR EINEN PLAN. So einfach wie es klingt ist es auch.
Planung ist das halbe Leben und nimmt der kleinen Figur in deinem Kopf,
die Dir sagt, dass Du keine Zeit mehr hast,
das Mikrofon aus der Hand.
Einen Plan erstellen kostet Dich kaum Zeit und wird Dir einen genauen Fahrplan geben,
sodass Du nicht in Versuchung gerätst, zu verzweifeln.

Aber:

1. Plane WIRKLICH genug Zeit für jede Aufgabe ein.
2. Schaffe Dir einen Zeitpuffer, falls etwas nicht so läuft.
3. Stelle Dir Wecker/Timer auf deinem Handy, damit Du die Zeit nicht vergisst.

Konkurrenzdruck

Hierbei kann ich nur für das Jura Studium sprechen und auch nur davon,
wie ich es empfinde/bisher empfunden habe.
Bei uns gibt es Konkurrenzdruck in jedem Seminar,
in jeder Vorlesung und allgemein auf dem Campus.
„Also ICH hatte ja ein super Gefühl bei der Klausur.
Und ich meine, man muss ja die Klausuren auch gut schreiben, wenn man wirklich was werden möchte.
Wie lief es bei denn Dir?

Ich hatte gesehen dass Du echt daneben gegriffen hast.
Tja. Manchen liegt es halt nicht so wie Anderen.“

Das ist nicht nur verdammt niederschmetternd,
wenn man wirklich mal nur eine niedrige Punktzahl erreicht hat,
sondern auch verdammt fies.
(Mein Beispiel ist zum Glück seeehr übertrieben!)
Aber trotzdem.
Konkurrenzdruck ist unnötig, weil es einfach
– wie oben schon erwähnt –
genügend Plätze für alle gibt!
Man verschwendet nur Energie, die man besser nutzen könnte und es macht nicht glücklicher.

Mein Tipp:

Es ist eher ein Mantra, welches Du verfolgen kannst:
Ich bin hier und mache mein Ding.
Ich habe Menschen, die mich lieben und die ich liebe.
Ich brauche niemanden in meinem Leben,
der meint sich durch Misserfolge Anderer zu profilieren.

Beachte:

Es ist ok, sich in einem gesunden Maß zu vergleichen, um zu schauen, wo man steht.
Das tut jeder und das ist auch wichtig.
Solange Du Dein Leben nicht von dem Anderer abhängig machst.

Selbst- und Leistungsdruck

Der schlimmste Kritiker sind wir selbst. Immer.
Manche mehr und manche weniger.
Der innere Perfektionist ist immer wach, hat ein Auge auf all unsere Sachen,
weiß genau, wenn wir uns doof fühlen
und hackt darauf rum.
Und das ist der Grund für viele unserer Probleme,
auch wenn wir es nicht vermuten.
So ist die kleine Figur in unserem Kopf natürlich auch für Stress und Druck verantwortlich.
Ein Grund für Leistungsdruck kann sein,
dass wir unsere Ziele zu hoch stecken,
uns viel zu viel auf einmal vornehmen,
Dinge sofort erreichen möchten,
uns auf eine ungesunde Art und Weise mit anderen vergleichen
und so weiter.
Wichtig ist, zu erkennen, dass wir selber die Ursache für Stress und Druck sind.
Zwar kann der Auslöser in einer anderen Person oder einer Sache liegen,
ABER der Kern und der Weg raus ist man selbst.

Mein Tipp:

Zunächst eine Buchempfehlung:
Der Feind in meinem Kopf: Stopp den inneren Kritiker
von Matthias Hammer
(derzeit sogar bei Prime Reading verfügbar)
Außerdem möchte ich Dir Entspannungsübungen ans Herz legen,
bei welchen Du Dich mit deinen Gedanken und Deinem Stress auseinandersetzt.
Ob es Meditation ist, Yoga oder Spaziergänge.
Jede noch so kleine Möglichkeit, Deine Gedanken zu ordnen und zu entschleunigen,
kann helfen, mit Stress und Druck besser umzugehen.
Mehr dazu findest Du hier:
„3 Ideen für mehr Leichtigkeit“

Wichtig

Zwar kann man lernen, mit Druck und Stress umzugehen.
Jedoch solltest Du bei schweren Folgen,
wie Krankheiten und starker psychischer Belastung,
immer eine Hilfe in Betracht ziehen.
Es gibt Therapeuten, die auf Stress spezialisiert sind
und schon die erste Sitzung kann Wunder bewirken.
Umgebe Dich mit dem was Dir gut tut,
dann ist der Rest erschreckend leicht.

Und damit entlasse ich Dich heute auch schon wieder und hoffe,
dass ich Dir ein wenig weiterhelfen konnte.

Habe einen schönen Tag!



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